Mein Raum
2022
Elektrischen Leuchtschnur
Variable Größe
in Urwald Riegelsberg
Foto: Daniel Hausig
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie ein äußerer Ort zu einem persönlichen Raum werden kann. Der Mensch grenzt seit jeher Bereiche ab, um sich innerhalb der Natur einen eigenen Ort zu schaffen. Für diese Arbeit wähle ich einen Ort im Urwald und umgrenze ihn mit einer elektrischen Leuchtschnur. Für einen Moment ziehe ich eine Grenze durch den natürlichen Raum und erkläre den umschlossenen Bereich zu meinem Raum.
Wenn ich die leuchtende Linie eine Weile betrachte und anschließend die Augen schließe, erscheint ihre Form als Nachbild erneut in meinem inneren Sichtfeld. Die Grenze, die zuvor einen äußeren Raum markierte, wandert durch die Wahrnehmung in meinen eigenen Körper. Der zuvor im Außen liegende Raum wird zu einem inneren Bild.
So löst sich die ursprünglich physische Grenze vom Ort und wird Teil meiner eigenen Wahrnehmung. Der äußere Raum wird nicht einfach betrachtet oder besessen, sondern durch die Wahrnehmung in den eigenen Körper aufgenommen – und wird so zu meinem Raum.

